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Aida Night of the Proms 2011

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Bremen - Das Konzept war ein bisschen in die Jahre gekommen aber als Namenssponsor Nokia im vergangenen Jahr seinen Rückzug von der „Night of the Proms“ ankündigte, bot sich eine gute Gelegenheit, die Sache mal zu entstauben. Somit gab ees dieses Mal ein etwas frischeres Potpourri aus Pop-, Disco- und Soullegenden mit klassischer Begleitung, untermalt mit bombastischer Lichttechnik, Elementen aus Videomoderation und Kinofilmausschnitten. Moderator Uwe Bahn führte durch den Abend in der ausverkauften Bremer ÖVB Arena.

Die Vorhut für die Stars des Abends bilden zunächst vier junge, gutaussehende italienische Sopranistinnen unter dem Namen „Div4s“ mit einem Medley aus klassischen Opernarien. Dass Orchester Il Novecento und der Chor „Fine Fleur“ auch ohne Popgäste ein paar Happen purer Klassik präsentieren, gehört zu den Urgedanken der vor fast 30 Jahren in Belgien konzipierten Tourneeproduktion und bleibt fester Bestandteil des Abends.

Dann trat die deutsche Band Stanfour auf – ebenfalls live und unplugged. Dieser junge, erfolgreiche Act aus Deutschland kam mit Hits wie „Wishing you well“, „In your arms“ und „For all lovers“. Sie haben die deutsche Radiolandschaft in den vergangenen vier Jahren entschieden mitgeprägt. Die sympathischen Hamburger Jungs rund um die Brüder Konstantin und Alexander Rethwisch präsentierten ihre Ohrwürmer nun erstmalig in Begleitung eines Sinfonieorchesters.

Als weiterer Künstler konnte Nile Rodgers & Chic für die diesjährige Tournee gewonnen werden. Aus der Feder des Gitarristen und Songschreibers stammen Disco-Klassiker wie „We Are Family” und „Good Times”, die immer noch jede Tanzfläche füllen. Früher schrieb und produzierte der studierte Musiker, der in der Sesamstraßen-Band angefangen hat, Hits für Sister Sledge, Diana Ross, Madonna, Duran Duran, David Bowie und viele weitere Legenden der Popgeschichte. Bei „I want your Love“ oder „Le Freak“ stellte sich an diesem Abend auch der Aha-Effekt ein. Aha! Der war das!

 

Nach der Pause trat Alison Moyet, die Grand Dame des Soul, auf. Die Alt-Stimme der 50-Jährigen ist nach wie vor so einzigartig, kraftvoll und ausdrucksstark, leider hat die Britin nach den Achtzigen keine Hits mehr gehabt. Drei Songs performte sie an diesem Abend: „Don’t go“ aus der Elektropopzeit mit Yazoo, „All cried out“ aus ihrer Mainstreampop-Zeit und abschließend „That ol’ Devil called Love“.

Natürlich wie immer auch mit dabei war „Mr. Music“ John Miles mit seiner Electric Band dabei. Sein Song „Music (Was My First Love)“ ist zur Hymne des Pop- und Klassik-Konzerts geworden und wurde von den Zuschauern dementsprechend gefeiert.

Headliner des Abends war Popstar Seal, Ehemann von AIDAaura Taufpatin Heidi Klum. Der Grammy- und Brit-Award-Gewinner gab seine Hits „Kiss From A Rose“, „Amazing“, „Crazy“ oder „Love's Divine“ zum Besten. Er lief ins Publikum, rannte durch die Halle, stand auf Stühlen, animierte und posierte. Die Security hatte den Stress des Abends. Und dann wie jedes Jahr, alle Sänger singen gemeinsam das Schlusslied, diesmal „We Are Family“ und die Zuschauer stürmten zu den noch geöffneten Kassen, um schon die Karten für das nächste Jahr zu kaufen.