Falco lebt

Zur Bildergalerie

Stadeum, 05.02.2016 - Falco war ein exaltierter Superstar voller Selbstzweifel, eigenwillig und ungemein erfolgreich. Johannes Hölzel, so sein bürgerlicher Namen, war mehr als ein Künstler, er war Rockidol und Stilikone. Für einen Schlagerfuzzi war er zu unangepasst, seine Texte und Melodien sind auch heute noch hörbar und auf der Höhe der Zeit, gleicht sein wienerischer Textgesang doch einem angesagten Rap von heute.

Er sagte: „ Kommt´s her und schaut´s in mein Herz – ich bin ein offenes Buch, ich habe nichts zu verbergen.“ Ob diese Verletzlichkeit und offen legen seiner Seele ihn dann in die Kokain- und Alkoholabhängigkeit flüchten ließ, lässt sich in seiner von Alexander Kerbst vorgetragenen Lebensgeschichte nur erahnen, für viele Zuschauer neu war, dass Falco auch 5 Jahre seines Lebens in Berlin verbracht hat.

Ein Weltstar, der sich auch schon vor ihrem Tod mit dem Song Out Of The Dark (Muss ich denn sterben, um zu leben?) musikalisch mit diesem Thema befasste. Falco starb am 06.02.1998 im Alter von 41 Jahren alkoholisiert und mit Kokain im Blut bei einem tragische Autounfall in der Dominikanischen Republik.

Mehr als 60 Millionen verkaufte Tonträger weltweit, in den USA konnte er einen Nummer-Eins-Hit zu landen und zahlreiche Musikpreise machen Falco bis heute zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Popstars.

Die Show „BEST OF FALCO LIVE“ brachte den Falco-Kult auf die Bühnen zurück und somit auch die unvergessenen Hits des Wiener Künstlers. Schauspieler und Sänger Alexander Kerbst (48) übernahm den gesanglichen Part von Falco und wurde von einer Live-Band unterstützt. Die schwarzen Haare glänzend nach hinten gegelt frisiert, Smoking, Sonnenbrille - Kerbst kam nicht nur rein optisch nahe an Falco heran, Gestik und Mimik sind verblüffend authentisch und er verfügt auch über eine sehr ähnliche Stimme, den Wiener Dialekt und brachte die ganze Dekadenz des Einzelgängers überzeugend zum Ausdruck. Sehr tagesaktuell auch die Aussage im Lied Mephisto:“ Europa war einmal sehr braun und wird es im Moment leider wieder mehr und mehr!“

 

So wie der Darsteller könnte Falco heute aussehen, ein paar Falten mehr, aber immer noch der Gentleman und Womanizer. Vielleicht ist er nur mal eben von der besagten Südseeinsel eingeflogen (genau die auf der auch Elvis, James Dean, Bob Marley, Marylin, Michael und nun auch David und Lemmy leben), um sein Taschengeld aufzubessern.

Zu erleben waren alle Ohrwürmer von „Rock Me Amadeus“, „Vienna Calling“, „Der Kommissar“ oder „Jeanny“ bis zu „Egoist“ und „Out Of The Dark“ mit authentischen Sound und einer guten Bühnenshow, nicht zuletzt dank eines soliden Gitarrensolisten und zweier bezaubernden Backgroundsängerinnen, von denen eine sich auch als ausgesprochenes Tanztalent entpuppte.

Die Stader Zuschauer klatschten und sangen ganze Strophen mit, sie konnten sich gut auf diesen sympathischen „Falco“ einlassen.

Auch eine künstlerisch anspruchsvolle und eindrucksvolle Videoprojektion mit farbigen Negativfilmen trug zum Gesamterlebnis „Best of Falco Live“ bei. Wer sich auf die Videoprojektion einließ, bemerkte auch den Farbwechsel von rot nach blau während der Textpassage: „mir ist kalt“.

Als wenn Falco lebt..." erzählen viele Zuschauer nach der Show, die von dem Cover sehr begeistert waren. Einige Fans nutzten während der Show die hinteren Reihen, um zu tanzen, ganz wie damals zu Disco-Zeiten.