Marteria brennt bei Deichbrand ein Feuerwerk seiner Songs ab

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Cuxhaven/Wanhöden (Aka) - Die Sonne brannte auch am dritten Deichbrand-Festivaltag vom Himmel. Es war nur noch ein paar Grade heißer als an den letzten Tagen. Marteria hatte es trotz Reifenplatzer am Tourbus zum Festival geschafft.

Es herrschte Gedränge vor der kleineren Water-Stage-Bühne, als der aus Rostock stammende Kreuzberger Rapper auftrat. Bei dem großen Andrang hatten die ansonsten recht gut aufgestellten Securities am Einlass des ersten Wellenbrechers Probleme, die Kontrolle zu behalten. Warum dem Sänger nur die kleine Stage zugewiesen wurde ist nicht zu verstehen, da ein ziemliches Gedränge auch weitab der Bühne herrschte und nur durch den weitläufigeren Infieldbereich der größeren Fire-Stage zu bewältigen gewesen wäre. Sein viertes Album "Zum Glück in die Zukunft" landete in den Top-Ten und das aktuelle, exzellent arrangierten Album "Zum Glück in die Zukunft II" übertraf dies trotzdem noch, so man hätte schon deshalb mit großem Publikumsinteresse rechnen müssen. Der sympatische Sänger hat sich zum größten und beliebtesten Solo-Rapper Deutschlands gemausert.

Mit einem ziemlich langen Intro machte Marteria es spannend, doch dann war ist es soweit: Er und seine Band betraten die Bühne. "Oh mein Gott, dieser Himmel", rappt er dann – als hätte er den Song nur für diesen Sommerabend geschrieben. Hymen wie "OMG!", "Die Nacht ist mit mir" und "Bengalische Tiger" durften nicht fehlen. Dazu wahnsinnige Show-Einlagen, Rauch, Feuer, Explosionen – Hintergrundprojektionen auf der LED-Wand und zwei gut aussehende Sängerinnen, etwas wirklich Großes und Mitreißendes wurde dem begeisterten Publikum geboten. Weniger wäre auch unangemessen.

"Bang Bang Bang Bang" – spätestens bei "Kids" ist das Publikum nicht mehr zu halten und bangt im Takt mit. Diesen Text kann nun wirklich jeder im Publikum. Bei "Lila Wolken", einem der Erfolgstitel von Marteria, durfen ihn seine Sängerinnen noch einmal kräftig unterstützen.

 

Obwohl die vielgelobten Securities der Firma O.K.S aus Syke viel Spaß verstanden, oft auch selbst rumblödelten und mittanzten, als Bengalos bei “Bengalische Tiger” gezündet wurden, verstanden sie keinen Spaß mehr. Sie preschten durch das Publikum, um zu den Pyromanen zu kommen und brachten die Bengalos aus der Gefahrenzone.

Wir waren nach den Grabenfotos der ersten 3 Lieder das Gedränge vor der Bühne leid und waren auf den Aussichtsturm für die Medien gegangen, um uns das Konzert von oben zu betrachten. Marteria bat die Zuschauer sich hinzusetzten und bei 3 wieder aufzustehen. Vom Aussichtsturm aus sah es richtig beeindruckend aus, als knapp 40.000 Menschen plötzlich hochsprangen- Gänsehaut-Feeling!

Danach dreht die Musik plötzlich runter, eintönig-stampfender Bass folgte, im Takt eines Herzschlags ertönt ein Reggae-Beat - alles hüllte sich in grünen Rauch. Marten Laciny, so der bürgerliche Name, war zurück, nun aber als Kunstfigur Marsimoto. Das Technikteam übertrieb aber etwas: Gegen Ende des Marsimotoauftritts bollerte der Bass nahe der Schmerzgrenze.

Danach forderte der Sänger, jetzt wieder als Marteria im Gummiboot über die Zuschauer surfend, zu Becherspenden für Viva con Agua und zum T-Shirtwechsel auf: Tausende folgten prompt dem Aufruf, die Becher flogen zu Hauf. Beim "Endboss" ging es weiter "von Level zu Level" und ein schwitzendes und halbnacktes Publikum war sichtbar begeistert.

Sogar der frischgebackene „Fußballweltmeister“ Per Mertesacker, der mit Paul Kalkbrenner befreundet ist, war auf dem Deichbrand-Festival. Er durfte sich mal auf ein Polizeipferd setzen und mit „Paule“ auf die Bühne. Nach dem Auftritt feierte Marteria im VIP-Bereich kräftig mit Paule und Per. Man sagt, gegen 5 Uhr ging es weiter nach Braunschweig zu seinem nächsten Auftritt. Aber das ist es gerade, was die Künstler bei diesem Festival immer wieder lobend hervorheben: das es trotzdem noch familiär bei Deichbrand zugeht und die Künstler vom Festivalteam gut betreut werden.

Wer bei diesem Auftritt von Marteria nicht dabei sein konnte, wird am 03.12.2014 noch einmal in der ÖVB Arena Bremen die Chance haben. Wegen der riesigen Nachfrage wurde vom Pier 2 in die größere Arena verlegt. Tickets gibt es an allen Vorverkaufsstellen.