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The Skids – "Burning Cities"

Mit ‚Burning Cities‘ veröffentlicht die 1977 im schottischen Dunfermline von Stuart Adamson, Wiliam Simpson, Thomas Kellichan und Richard Jobson gegründete Punkrockband Skids nach langer Pause ihr nunmehr fünftes  Studioalbum. Ihren ersten Auftritt hatten Skids 1977 im Bellville Hotel, in ihrer Heimatstadt Dunfermline. Bereits sechs Monate später veröffentlichten sie die EP ‚Charles‘ über das Label ‚No Bad‘. Die Aufmerksamkeit, die diese EP beim BBC Radio erregte, führte zu einem Auftritt der Skids als Support für ‚The Clash‘. 1978 wechselte die Band zu ‚Virgin Records‘. Ihre Single ‚Into The Valley‘ landete 1979 in den britischen Top Ten Single Charts. Im selben Jahr veröffentlichten sie ihr erstes volles Studioalbum ‚Scared To Dance‘. Dieses Album enthielt auch den Song ‚The Saints Are Coming‘, der 2006 für wohltätige Zwecke von U2 und Green Day gecovert wurde.  1980 brachte die Band ihr bislang erfolgreichstes Album heraus: ‚The Absolute Game‘, mit dem sie die Top Ten der britischen Albumcharts erreichten und welche die Hitsingle ‚Circus Games‘ beinhaltete. Kurz nach der Veröffentlichung dieses Albums verlies Stuart Adamson die Skids, um eine neue Band zu gründen: ‚Big Country‘.

Nach ihrem vierten Album ‚Joy‘ löste sich die Band im Jahr 1982 auf. Viele Jahre gingen ins Land, 2001 verstarb Stuart Adamson in einem Hotel auf Honolulu. Erst 2007 kam es zu einer Reunion einiger der verbliebenen Bandmitglieder, die gemeinsam drei Auftritte absolvierten, mit denen sie das dreißigjährige Gründungsjubiläum der Band feierten, und zugleich Stuart Adamson ihren letzten Tribut zollten. Das nächste Mal traten sie erst 2009 wieder auf.

Nach 2010 wurde es eine Zeit lang wieder still, doch 2017 gab es eine neuerliche Reunion, diesmal um das vierzigste Gründungsjubiläum zu feiern, mit Richard Jobson an Gesang und Gitarre, William Simpson als Sänger und Bassist, Mike Baillie an Drums, Gesang und Percussion, sowie Bruce Watson und Jamie Watson an Gitarre und Gesang. ‚This Is Our World‘  beginnt nachgerade besinnlich, kommt aber mit rasanten Drums und einem eingängigen Riff schnell zur Sache. Die Stimme erinnert etwas an Nick Cave, der Refrain dank der Backing Vocals eher an die ‚Scorpions‘. ‚One Last Chance‘ ist eine fröhlichere Nummer, die etwas an ‚John Spencer’s Blues Explosion‘ denken lässt.  ‚Kaputt‘ ist gekennzeichnet von einem eingängigen Riff, das leicht an ‚Lord Of This World‘ von ‚Black Sabbath‘ gemahnt; es ist eine ungestüme Nummer mit aufrüttelnden Lyriks. ‚A World On Fire‘ beginnt mit den sanften Klängen einer Akustikgitarre, wird indes bald zu einer balladanhaften Rocknummer, mit leichtem ‚U2‘- Anklang. Die titelgebende Nummer ‚Burning Cities‘ wirkt eher besinnlich, der Text scheint ein Warnruf zu sein, ein Weckruf, unsere moderne Lebensführung zu überdenken. Der Refrain lädt zum Mitsingen ein. ‚Up The Moors‘  klingt leichtherzig, fröhlich, fast poppig. ‚Refugee‘ beginnt mit Gewitterklängen und Chor, im Weiteren meint man die Klänge eines weit entfernten Dudelsacks zu hören. Man hat beim Anhören dieser Nummer den Eindruck von Weite und Freiheit, es klingt nach Hoffnung und Sehnsucht. ‚Subbotnik‘ ist eine punkigere Nummer, wild und ausgelassen. ‚Kings Of The New World Order‘ klingt ein wenig, als würde man gezähmte und zur Ruhe gekommene ‚The Sex Pistols‘ hören. ‚Into The Void‘ hat nichts mit der gleichnamigen Nummer von ‚Black Sabbath‘ zu tun, ist vielmehr ein aufpeitschender Song mit mitreißendem Rhythmus. ‚Desert Dust‘ klingt wehmütig, was vor allem auch an den Lyriks liegt. Irgendwie überkommt einen beim Anhören der Wunsch, diese Nummer von Johnny Cash gecovert zu hören – wenn das noch möglich wäre.

 
Bewertung:

GENRE: Punk Rock, New Wave, Post Punk

TRACKLIST:

1. This Is Our World
2. One Last Chance
3. Kaputt
4. A World On Fire
5. Burning Cities
6. Up On The Moors
7. Refugee
8. Subbotnik
9. Kings Of The New World Order
10. Into The Void
11. Desert Dust

VÖ: 12.01.2018
Format: CD / LP / Digital
Label: Virgin Records
Auf Tour im Norden: -
Rezensionist: Florian

FAZIT: Ein Album, das sich nicht hinter seinen Vorgängern verstecken muss, da es ganz und gar in der Tradition der Band steht und doch nicht wie eine monotone Wiederholung des Alten wirkt. Vor allem für langjährige Fans ein absolutes Muss, doch auch für unbedarfte Hörer, die sich bisher noch nicht mit dieser Band beschäftigt haben durchaus empfehlenswert. Indes könnte man anführen, dass einige Stilelemente vielleicht etwas zu oft verwendet werden, wie etwa das Einsetzen der harmonischen Backing Vocals beim Refrain. Dies sorgt zwar für einen sehr einheitlichen Klang des Albums, könnte aber mit der Zeit beim Hörer ein gewisses Gefühl der Abgestumpftheit erzeugen. Im Ganzen aber ein gelungenes Album, das daher 8 von 10 möglichen Punkten erhält.