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Torpus & The Art Directors "We Both Need To Accept That I Have Changed"

Nach „The Dawn Chorus“ und „Being Discovered“ kommt heute das dritte Werk von Torpus und seinen Art Directors. „Woof“, „Meow“ , „I`m a Dog“ und „He`s a Cat“ lassen schon einmal vermuten, dass hier ein paar tierliebende Personen etwas produziert haben. Das Albumcover „We Both Need To Accept That I Have Changed“ wird auch von einem wunderhübschen Hündchen verziert und auch die Titel der Tracks sind auf Haustiere bezogene Metaphern, wie unschwer nachzuvollziehen ist.

Das Album selbst sollte zuerst sogar ein Konzeptalbum speziell für den Hund werden, da Torpus der Meinung ist, dass sie die besseren Menschen sind, jedoch reichte das Material doch nicht dafür. In einer Band stellt sich nach einer Zeit die Frage, ob man seine Werke für den kommerziellen Erfolg konzipieren soll und sich dafür verbiegt, oder ob man bei sich selbst bleibt. Nach zwei Alben sollte man seinen Stil und Vorgehensweise gefunden haben und bei Torpus und Gefolge ist das definitiv der Fall. „… die innere Ruhe und Gelassenheit der Tiere hat schon viel Einfluss auf das Album“ : sagt er in einem Interview und die Musik die auf dieser Platte zu finden ist, untermauert diese Aussage.

Doch ist nicht nur Gelassenheit vorhanden, sondern auch wunderbar rockige Riffs, welche zeitweise an die frühen Rolling Stones oder The Who erinnern. Melf Petersen liefert starke Arbeit auf der E-Gitarre, welche definitiv prägnanter und härter vorhanden ist als auf den vorherigen Alben. Die schon genannten Musiker haben sich mit Jenny Apelmo, Ove Thomsen und Felix Roll gemeinsam entschieden, nicht im Studio sondern in einem alten Schulgebäude, großteils live aufzunehmen. Das gibt dem Ganzen einen schönen „Old-school“-Touch der sich deutlich von den heutigen „sauberen“ Recordings abhebt.

FAZIT: Ich bin nicht der größte Fan von Folk/Indie Musik, jedoch finde ich dieses Album, auf Grund seiner Einzigartigkeit, sehr gut gelungen. Trotzdem sich alles in allem homogen anhört, hat jeder Track seine eigene Dimension. Die Art des Recordingprozesses finde ich unglaublich gut, da sie die Musiker selbst unabhängiger macht und man davon ausgehen kann, dass man schlussendlich auf der Platte hundertprozentige „Herzblutmusik“ findet. Ebenso liebe ich das Geknister und Gekrache, dass für diese Aufnahmetechnik üblich ist, da es stark an alte 60-70er Aufnahmen erinnert. Da dies aber nicht jedem unbedingt gefällt gibt es für das Album 7 von 10 Punkten.

--> Musikvideo: Torpus & The Art Directors - "4x7"

 
Bewertung:

GENRE: Indie Rock

TRACKLIST:

1. 4x7
2. Never Close Enough
3. Sleeping Bag
4. Woof
5. I`m a Dog
6. Maria
7. Slow Preparation
8. Meow
9. Human Loving Being
10. On our Backs
11. I Feel For Her
11. He`s a Cat

VÖ: 15.12.2017 /Vinyl im Februar
Format: CD / LP / Digital
Label: Grand Hotel van Cleef
Rezensionist: Gregor