Pub-Stimmung mit Skinny Lister

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Bremen, 16.01.2016 – Francis Edward "Frank" Turner (34) gab sich im Pier 2 die Ehre.

Im Vorprogramm traten der britische Folk-Singer-Songwriter Will Varley, Jesus Look-Alike und Singer-Songwriter aus Kent und die ebenfalls aus Großbritannien stammende Band Skinny Lister (übersetzt durchgeknallte Partymeute) auf. Skinny Lister und Varley waren auch bei der vergangenen UK-Tour von Frank Turner die Support-Acts.

Die 2009 gegeründete Band Skinny Lister spielte ihren ruppigen, irisch angehauchten Folkrock, bauten aber auch amerikanische Country-Einflüsse ein. Ihr Debüt-Album “Forge & Flagon” erschien 2012. Die fünf jungen Musiker aus London sind jung, mitreißend, ausufernd und unglaublich feierwütig. Sie servierten das alles mit der Haltung einer Punkband, in die sich irgendwie die Sängerin Lorna Thomas im Sommerkleidchen und dick aufgetragenen Lippenstift verirrt zu haben schien.

Zwischen traditionellem Liedgut der Kelten und Angelsachsen versus Punkrock – ist auch die Musik Turners angesiedelt. Die von Grund auf positive Partystimmung mit Pub-mitgröhl-Charakter wurde von Skinny Lister beeindruckend vorgetragen und auch Turner setzte nahtlos mit seinen Songs an. Tanzen und Mitsingen des Publikums sieht man nicht so oft bei einer Vorband.

Stilistisch einzuordnen ist die Band zwischen New Folk, irischen Klängen und Punk, mit Kontrabass, Gitarre, Mandoline und mehrstimmigem Gesang. Die Songs zeigen das gesamte Spektrum der Band: Von der ruhigen Folk-Ballade "Bonnie Away" über das tanzbare "Rollin' Over" bis hin zum Spaß-Garanten "Let's Get Wasted (Wild As The Wind Blows)" ist alles dabei.

 

Skinny Lister wurden 2011 zu Recht als die am härtesten arbeitende britische Band ausgezeichnet. Die Folk-Punk-Band spurte zunächst tausende Meilen in England ab, bevor sie bereits mit ihrem ersten Album ‚Forge & Flagon‘ auf weltweite Tourneen mit Flogging Molly und den Dropkick Murphys gingen. Auf dem Tourneeplan standen dabei auch Festivals wie das Glastonbury Festival in England, das SXSW Festival und die Vans Varped Tour in den USA, das Fuji Rock Festival in Japan oder Hurricane in Scheeßel.

Die Band beschreibt sich selbst als die betrunkenen Cousins von Mumford & Sons.

Bassist Michael Camino wirbelte sein Kontrabass so über seinem Kopf herum, als handele es sich um eine handliche Geige. Am Ende des Gigs legte er das Instrument so auf den Bühnenboden, das Sängerin Lorna zum Abschlussbild drauf steigen konnte.

Die Band, die sich hauptsächlich durch ihre mitreißenden Auftritte mit ihrer Gute Party- und Schunkelmusik profiliert und definiert hat es aber schwer, selbige Energie auf Tonträger zu bekommen.