Rock, Regen und ein Heimspiel

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Nordholz/Wanhöden, 19.07.2015 – Letzter Festivaltag. Die Sonne hatte sich verabschiedet. Am Sonntag ist der Wetter-Gott jedoch nicht so gnädig gestimmt wie an den Vortagen und es regnet fast den ganzen Tag.

Über 90 Bands und Künstler, die im Verlauf des Wochenendes verteilt auf vier Bühnen auftraten, konnten die Besucher des diesjährigen Deichbrand Festivals vom 17. bis 19. Juli erleben. Einzig für diesem Sonntag gab es noch eine Handvoll Tagestickets, die aber nach kurzer Zeit vergriffen waren.

Rock, Rap und Regen war an diesem Tag angesagt. Um 12:00 Uhr ging es mit Station 17 auf der Water Stage los, die Fire Stage wurde danach durch Anchors & Hearts aufgewärmt. Sie spielten 15 Minuten länger als geplant, da Engländer The Computers, die überhaupt nichts mit Rechnern am Hut haben, ihren Auftritt wegen Verzögerungen durch Bauarbeiten im Eurotunnel absagen mußten. Hatebreed und Ferric Mc, der Deichkind-MC auf Solo-Faden.

Die Alternative-Rock-Bands The Wombats und Blood red shoes, beide aus England, sowie Mando Diao machten auf den großen Bühnen weiter.

Lokalmatador und ehemaliger Sänger der Hamburger Band Tomte Thees Uhlmann kam mit seinen Bandkollegen Tobias Kuhn (guit.), Nikolai Potthoff (guit.), Julia Hügel (keyb.), Markus Perner (drums) und Hubert Steiner (bass). Zusammen mit den Kettcar-Musikern Marcus Wiebusch, der am Freitag im Festzelt spielte, gründete er 2002 das eigene Label Grand Hotel van Cleef.

Mit „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ trat der 41-jährige für Hamburg beim Bundesvision Song Contest 2011 an. Der Song durfte an dem Abend auch nicht fehlen. Sympathisch mit vielen Gesprächseinlagen spielte der Musiker sein Set.

 

Der geborene Hemmoorer aus dem Landkreis Cuxhaven hatte bereits 2013 angedeutet, das er unbedingt auf dem Deichbrand-Festival spielen wolle. Im letzten Jahr ging es nicht wegen Regionalschutz, da er auf einem anderen Festival im näheren Bereich spielte. Er würde sogar umsonst auftreten. Das wird er dann wohl nicht gemacht haben, aber er bot in gewohnter Art und den bekannten holprigen Tanzeinlagen eine gute Show und war auch sichtlich stolz und happy über seinen Auftritt.

Der Hemmoorer stieg zum "Game Of Thrones"-Soundtrack auf die Bühne und feierte alle im Publikum, die wie er auch aus einem Dorf kommen. Einem Zuschauer schenkte er spontan lebenslangen freien Eintritt für seine Konzerte, weil dieser ähnlich mäßig tanzte wie er selbst. Ein Song aus der Tomte Zeit wurde angestimmt und „Schreit den Namen meiner Mutter“ brachte noch einmal alle zum ausrasten. Nach dem Medley-Song und "Die Tote auf dem Rücksitz" hinterließ er beim Deichbrand-Gefangenen-Chor, wie er seine Fans nannte, viele glückliche Gesichter.

Das Deichbrandfestival bezeichnete er als „Matjes-Filetstückchen unter den Nordfestivals, das Labskaus der Entertaining-Industrie, die Viermastbark der Rockkonzerte“.