Hurricane Festival 2022 – Der Freitag

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Scheeßel, 17. Juni 2022 - Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause findet das Hurricane in 2022 auf der Motorrad-Sandrennbahn Eichenring wieder statt. 2021 hätte eigentlich die 25. Ausgabe gefeiert werden sollen. Ein schwieriger Start, suchte man doch immer noch freiwillige Helfer und aus dem eigens aufgebauten Supermarkt auf dem Festivalgelände wurde ein Kiosk, da man keine Kooperation mit einem Anbieter in diesem Jahr eingehen konnte. Weil die wirtschaftliche Lage wegen der Pandemie unsicher ist, warten die Partner nun die weiteren Entwicklungen ab. 6,- € für ein 0,5 Bier an den Bierständen hingegen ist echt kein Schnäppchen mehr.

Im Ticket ist die kostenfreie Anreise mit der Bahn enthalten, was weniger CO2-Ausstoß bedeutet als die Anfahrt mit dem Auto. Jedoch verbot die Bahngesellschaft Metronom das Mitführen von Bollerwagen im Zug am Hurricane-Wochenende.

Das Festival ist mit etwa 78.000 Besuchern ausverkauft und bietet erstmalig ein größeres Infield an. Das Gelände, auf dem sonst die Open Air Disco zu finden war, ist nicht mehr abgekoppelt, sondern ist als „Infield Süd“ für Besucher ohne die sonst erforderliche zusätzliche Einlasskontrollen erreichbar. Das Zelt mit der Wild Coast Stage ist größer geworden und auf die andere Seite der Straße gewandert. Das Reisenrad steht nun zentral zwischen den 3 Hauptbühnen.

Die Frühanreisenden konnten bereits am Donnerstag zur Warm Up Party Bands wie Alex Mofa Gang, Millarden, Sondaschule oder Megaloh genießen. Während der Süden Deutschlands unter der Hitze stöhnte, war es am Freitag in Scheeßel bewölkt und mit 24 Grad angenehm warm. Dafür hat uns der Staub der vergangenen Jahre wieder, vor den Bühnen entstanden beim Moshpit große Staubwolken. Um 15:30 Uhr eröffnete die irische Alternative-Rock-Band Inhaler die River Stage und mit der englischen Post-Punk-Band Goat Girl aus London ging es auf der Wild Coast Stage weiter. Die einstigen Schulfreunde von Inhaler haben im letzten Sommer ihr Debütalbum veröffentlicht und damit auf Anhieb die Spitze der britischen Charts erreicht. Ihre hymnischen Songs passen absolut etwas für Festivals. Sänger Elijah Hewson hat einen bekannten Vater: Paul David Hewson, besser bekannt als Bono von U2. Auf der River Stage sollte die US-amerikanische Sängerin Sängerin Gayle folgen, der Act wurde abgesagt. Dafür kamen als Ersatz die Drei von OK Kid.

The Dead South eröffneten die Forest Stage auch schon am frühen Nachmittag. Der Sound der vier Kanadier liegt irgendwo zwischen Bluegrass, Folk und Punk.

 

Die Band wird bereits als die kleinen Mumford & Sons genannt. Der Song „In Hell I‘ll Be In Good Company"“ hat zum Beispiel einen hohen Wiedererkennungswert. Danach betraten Giant Rooks die Bühne, die schon lange nicht mehr als hoffnungsvoller Newcomer eingestuft werden, sondern sich etabliert haben.

Mit dabei an diesem Tag waren auch Fontaines D.C., ein männliches Quintett aus Irland. Sie spielen Indie-Rock mit Post-Punk Elementen. Mit „Skinty Fia“ hatten sie Ende April ihr neues Album veröffentlicht.

Ab 21:00 Uhr wurde es hochkarätiger. The Killers, SDP und Seeed spielten auf. The Killers spielten ihre Hits aus den letzten zwei Jahrzehnten. Wie für viele Bands hat die Pandemie auch The Killers zu einer Konzert-Pause gezwungen und sofreute sich Sänger Brandon Flowers wieder live spielen zu dürfen und war in Höchtform.

Das Duo SDP, bestehend aus Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin ist gerade durch die letzte Staffel „Sing meinen Song“ noch bekannter geworden. Es machte wie immer Spaß den Beiden zuzuschauen und -hören. Ein kleines Feuerwerk war inklusive.

Die Berliner Band Seeed mit Frontmann Peter Fox sorgten mit ihrem Reggae und Dancehall wieder dafür, dass das Tanzbein geschwungen wurde. Leider ist Sänger Demba Nabé nicht mehr dabei, er starb im Mai 2018. Leider war der Platz vor der Hauptbühne so voll, dass man kaum zu anderen Bereichen weiterlaufen konnte.

Die Freunde von Metalcore mit elektronischen Einflüssen kommen bei Electric Callboy auf ihre Kosten und den spätesten Auftritt hatte der niederländischer DJ Martin Garrix kurz nach Mitternacht.