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THE CHEMICAL BROTHERS: „No Geography“

Gehen wir einmal wieder nach England, doch diesmal nicht um dem dort so fein florierenden Rock und Metal-Markt zu betrachten. Heute steht Electronica auf der Speisekarte. Genauer genommen handelt es sich um ein Duo, welches in den frühen 90ern mit einigen Kollegen das „Big-Beat“-Genre geprägt hat. The Chemical Brothers aus Manchester, genauer Herr Tom Rowlands und Ed Simons, haben am 12.04.2019 ihr nun neuntes Album namens „No Geography“ auf den Markt gebracht. Schon beim Titel fällt einem eine gewisse Ähnlichkeit zum letzten The Prodigy Album auf, welches „No Tourist“ hieß. Ich wage zu behaupten das diese Ähnlichkeit eine kleine Hommage an ihre Kollegen ist, da die „Brothers“ ja durchaus enge Freunde der Band sind.

Got to keep on getting me high“ heißt es so schön im vierten Track des Albums, welcher auch schon vorab im Februar als Musikvideo veröffentlicht wurde. Genau diese Devise höre ich auf diesen Album in so gut wie jedem Track. Die Musik lässt sich am simpelsten als wirklich gute Party-Mukke bezeichnen, welche sicherlich eine immense Wirkung auf größeren Festivals hat. Wenn ich Party-Musik sage meine ich damit nun nicht stumpfe marschierende Rhythmen zu denen man leicht tanzen kann, sondern wirklich anregende experimentelle elektronische Musik. Der Song „We`ve Got To Try“ welcher ebenso ein recht feines Video auf Youtube zu verzeichnen hat, beginnt mit einer recht entspannten schon fast LoFi-igem Sound und eskaliert dann in ein Synthiegewirr, welches dann wieder davon Streichern abgelöst wird und mit einem Männerchor ergänzt wird. Alleine an dieser Beschreibung merkt man, dass es sich hier um wirklich durchdachte elektronische Musik handelt, welche auch mit ihrer eigenen Wirkung spielt. Von eher aufreibenden schnellen Synthie-Parts zu eher atmosphärischen Klängen mit einigem an Hall.

Das Duo weiß schon wie sie ihre Musik zusammenbasteln um die Crowd zum Springen aber auch zum Entspannen zu bringen.

FAZIT: Ich selbst habe mir die Herren schon einmal live gegönnt und habe damals beobachtet, dass die Crowd zuerst mit eher Atmo-Sound in Trance versetzt und dann von einem guten Beat in Tanzstimmung gebracht wurde. Genau dies kann ich mir bei dem neuen Album ebenso gut vorstellen. Für mich persönlich es das Ganze dann aber auch wieder nichts, was ich im Alltag hören würde, da mir die Aufbau-Passagen einfach zu lange dauern. Da dies für mich eigentlich von Anfang an klar war, habe ich beim Hören des Albums eher darauf geachtet was live sehr gut wirken könnte und von diesem Blickpunkt aus kann ich sagen, dass dieses Album bzw. die Track 100% festivaltauglich sind. Auf Grund dieser Begebenheiten gehen an The Chemical Brothers für „No Geography“ 7 von 10 Punkten.

--> Musikvideo: THE CHEMICAL BROTHERS: „No Geography“

 
Bewertung:

GENRE: Big Beat/ Electro

TRACKLIST:

1. Eve of Destruction
2. Bango
3. No Geography
4. Got To Keep On
5. Gravitiy Drops
6. The Universe Sent Me
7. We`ve Got To Try
8. Free Yourself
9. MAH
10. Catch Me I`m Falling

VÖ: 12.04.2019
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Virgin EMI Records
Vertrieb: Universal Music
Auf Tour im Norden: -

  Rezensent: Gregor