Rock, Rap und Electro

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Hatten/Wiemerslande, 03.08.2019 (SD) - In der Nähe von Oldenburg fand dieses Jahr das erste TabulaRaaza Festival statt. Von 12 bis 23 Uhr hatten sich 57 Acts auf 6 Stages angekündigt. Für jeden Geschmack war etwas dabei, ob Rock mit Motorjesus, Hip Hop mit Kool Savas, Afrob oder Curse, Goa mit Zottelmicha, Fabio Fusco & Klopfgeister, Techno mit den bekannten Moonbootica, die 90-ziger Stage mit Rednex, Nana und Haddaway oder Electronik mit dem weltberühmten Paul van Dyk, Neelix sowie Moguai. Die Auswahl war groß, die Künstler erstklassig und fabelhaft.

20.000 Tickets gingen in den Verkauf, eine beachtliche Zahl ist für das erstmalige Stattfinden eines Festivals, doch schon eine Woche vor Beginn wurde bekannt gegeben, das es keine Abendkasse mehr geben wird und am Montag den 30.07.2019 wurde dann über Social Media das "Ausverkauft" verkündet. Respekt !

Wer besonderen Nervenkitzel beim TabulaRaaza suchte, war bei der Bungee Jumping Station richtig. Aus einer Höhe von 65 Metern konnte man sich in die Tiefe stürzen, Festivalerlebnis der besonderen Art.

Wer nicht so hoch hinaus wollte fand am Boden trotzdem genügend andere Aktivitäten. So gab es für die Besucher Bubble Soccer. Man stand in einem großen runden Plastikball und sollte so Fußball spielen, die Festival Besucher fanden es allerdings spannender sich gegenseitig umzurennen. Zu den weiteren Attraktionen gehörte auch noch ein Court mit „Bullenreiten“, dieser wurde den ganzen Tag über gut besucht und es war viel los. Wer es etwas ruhiger mochte war in der "Beauty und Glitzer Bar" gut aufgehoben. Hatten die Besucher noch nicht genügend Glitzer zuhause aufgetragen, konnte sie sich hier mit professioneller Unterstützung noch ein wenig " verschönern" lassen. Auch ein Airbrush Tattoo Stand war anzufinden, bei schwülen Wetter perfekt dafür seine nackten Oberarme verzieren zu lassen. Für das leibliche Wohl wurde durch einen Food Court mit über 20 Trucks gesorgt. Hierbei legte der Veranstalter Jan Meiners großen Wert auf regionale Unternehmen. Vormittags noch bewölkt und mit kurzen Nieselregen wurde es Mittags etwas wärmer und von Stunde zu Stunde klärte der Himmel auf.

Um 11 Uhr eröffnete die Kleine Hatter Blasmusik Kapelle das Festival. Schon hier konnte man die gute Laune der Besucher merken. Auch wenn die Musik nicht jedermann`s Geschmack war - die Menschen schunkelten und tanzten zu der Musik der Blaskapelle und spendierten zum Schluss einen gebührenden Applaus.

Wer an der 90ziger Stage auf Der Wolf gewartet hatte, tat dies leider vergebens. Er fuhr das falsche Oldenburg an und so landete der gebuchte Künstler in Ost-Holstein anstatt in Niedersachsen. Auch Nana war leider nicht um 14:30 Uhr auf der Bühne anzutreffen, der Sänger stand im Stau und verspätete sich dadurch. Nach seinem Eintreffen war ihm und seiner sympathischen Sängerin allerdings schnell verziehen. Mit den bekannten Hits wie "Lonley" heizten sie den Menschen an der 90ziger Stage ordentlich ein.

Für den Bremer Rapper JoKa war das TabulaRaaza Festival quasi ein Heimspiel. Der 34-Jährige brachte Songs wie "Augenzeuge" mit auf die Urban Stage des Festivals und ließ damit die Köpfe der Zuschauer im Takt zu seinen Beats wippen. Für rund 45 Minuten unterhielt JoKa das Publikum vom Feinsten mit seinen Songs.

Das selbsternannte "Reimemonster" hatte seine größten Hits mit im Gepäck. Das Afrob mittlerweile schon 42 ist, merkt man ihm auf der Bühne nicht an - er selbst erzählte dem Publikum, das er schon seit 1995 am Rappen ist und sich alle 5 Jahre fragt, wann er damit aufhören würde . Nach seinem Auftritt wünschte man sich, dass der gebürtige Eritrea nie das Mikrofon aus der Hand gibt. Afrobs Lieder brauchten keine Kraftausdrücke sondern begeisterten das Publikum mit seiner Genialität des Wortwitzes.

Ähnlich spaßig gab sich Curse an der Urban Stage. Sonst für seine tiefgründigen und deepen Texte bekannt, veranstaltete der 41-Jährige ein "Festival Tinder" der besonderen Art

 

 

 

Er teilte die Croud in zwei Hälften, erwähnte noch, dass das Schlimmste bei dieser Art von Tinder bisher ein verlorener Schuh gewesen sei und nun sollte sich das Publikum einen "schönen Menschen" gegenüber aussuchen und beim nächsten Song auf diesen zu laufen. Gesagt - getan. Die "schönen Menschen" fielen sich beim nächsten Song in die Arme und Curse konnte eine wunderbare Atmosphäre an der Urban Stage schaffen.

Auf der Rockstage war am frühen Abend die Chemnitzer Band Dyse anzutreffen. Auch sie berichteten davon, heute auf dem Weg zum Festival "die schönsten Baustellen" Deutschlands gesehen zu haben, ein Video davon soll es übrigens auch bald dazu geben. Die Alternative-/Indie Band hatte es zu Beginn etwas schwer, viele Menschen waren nicht vor der Rockstage zu finden, doch der Schlagzeuger Jarii van Gohl holte die Menge nach vorne zur Bühne. Mit ihren deutschen Rocksongs wie "Spinne" oder „Bonzengulasch" schaffte Dyse eine wirklich tolle Atmosphäre, zwar war an der Rockbühne verhältnismäßig wenig los, doch die Zuschauer die dort waren sprangen ausgelassen und mit viel Platz zu der Musik von Dyse herum. Klein aber fein konnte man hier nicht nur die 2-Mann Band sondern auch das Publikum beschreiben.

Einer der bekanntesten und erfolgreichsten DJ`s der Welt war an der Electronic Stage zugegen. Niemand geringeres als Paul van Dyk gab sich die Ehre als Headliner für das Festival aufzulegen. Hätte man vorher noch irgendwo 30 cm freie Rasenfläche auf dem Feld der Stage finden können war es jetzt zum Bersten voll. Begleitet von einer beeindruckenden Lichter- und Konfetti Show drehte Van Dyk die Turntables bis es dunkel wurde und er von dem in Europa bekannten Neelix am Plattentisch abgelöst wurde.

Jetzt zur späteren Stunde gaben die Pyrotechniker alles was sie konnten und meterhohe Flammen schossen passend zu den Beats von Neelix aus den Flame Jets neben der Bühne und erhellten die Nacht in einem atemberaubenden Anblick. Nicht nur auf dem Feld lief die Party, auch oben auf der Bühne waren zahlreiche Menschen neben den Turntables zu sehen und alle feierten gemeinsam zu den eindringlichen Beats des 44-Jährigen.

Auffallend pünktlich gegen 22 Uhr betrat Kool Savas die Bühne. Den ganzen Tag über konnte man hören, wie sich das Publikum über den selbsternannten "King" unterhielt. Ob er denn wirklich komme, war wohl die am meist gestellte Frage unter den Zuschauern. Doch der "King" hielt seine Zusage ein und so kam er zur späten Stunde mit Verstärkung durch seines BackUp Rapper Takt32 und der grandiosen Background Sängerin Karen Firlej auf die Urban Stage.

Mit all seinen größten Hits performte einer der bekanntesten wenn nicht sogar DER bekannteste Rapper Deutschlands beim TabulaRaaza Festival. Ob "Rhytmus meines Lebens", "Mona Lisa" oder "LMS", jeder Song ein bekannter Titel des Aacheneres. Aber nicht nur Old School lief auf der Urban Stage, auch mit neuen Titeln wie "Deine Mutter" vom neusten Album "KKS" brachte Savas seine Zuschauer zum Kopf nicken und Hände wippen.

Er erzählte von seiner Zeit auf Mallorca im Mega Park und kam zu dem Entschluss dass das Hattner Publikum es "mehr" drauf hätte. Selbst bekannte Acts die an diesem Tag auf anderen Stages zu sehen waren standen während des Savas Gig im Graben und sahen dem " King of Rap" beim Performen zu.