Historische Mühle von Sanssouci

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Potsdam- Berlin und Umgebung war einst von Mühlen geprägt. Mitte des 18. Jahrhunderts standen in Potsdam 21 Exemplare. Zu ihnen gehört auch die 35,45 m hohe Historische Mühle im Park von Sanssouci, die man schon von Weitem mit den sich gemächlich im Wind drehenden Flügeln sehen kann.

Sie ist die Rekonstruktion einer 1787 bis 1791 unter Friedrich Wilhelm II. erbauten Holländerwindmühle. Sie steht westlich erstaunlich nah am Potsdamer Schloss Sanssouci. Eigentlich anders herum, denn die originale Mühle war 6 Jahre älter als das Sommerschloss. Ende des Zweiten Weltkriegs brannte der hölzerne Mühlenaufbau bei Kampfhandlungen ab. Nach Instandsetzungsarbeiten am steinernen Sockel in den 1980er-Jahren wurde das unter Denkmalschutz stehende Mühlengebäude zwischen 1991 und 1993 wieder aufgebaut.

Die ursprüngliche Mühle wurde zwischen 1737 und 1739 erbaut. Im Jahr 1745 verfügte der seit 1740 regierende Friedrich II. den Bau des Sommerschlosses Sanssouci wenige Meter östlich der Mühle. Es kam zu Streitigkeiten zwischen dem Müller Johann Wilhelm Graebenitz zu Potsdam und Friedrich Wilhelm II. Nicht das Geklapper der Mühle störte den König in seiner Ruhe, sondern eher das Schloss nahm der Mühle den Wind und störte den Müller bei der Arbeit.

Friedrich Wilhelm II. ließ die alte Bockwindmühle abreißen und zwischen 1787 und 1791 eine Galeriewindmühle nach holländischem Vorbild errichten.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs brannten das Mühlengebäude 1945 aus. Zwischen 1983 und 1993 wurde die dritte Mühle aufbaut. Die heutige Galeriewindmühle ist ein Nachbau der 1787 bis 1791 erbauten Holländermühle. Im Inneren des Bauwerks begrüßt Sie gleich im Erdgeschoss der erste Themenbereich der Dauerausstellung. Dieser befasst sich mit Mühlen in der Kulturlandschaft Potsdams.

 

 

Über Wendeltreppen erreichen Sie die nächsten 6 Ebenen. Nach der Ebenene mit dem Sichter- oder Mehlboden geht es über eine Holztreppe auf den Mahl- oder Steinboden. Ganz oben angekommen ist man auf dem Kappboden. Im oberen Bereich der Mühle hat man eine schöne Aussicht auf die weltberühmten Schlossanlagen.

Die Mühle arbeitet seit 2011 als biozertifizierter Betrieb und wird regelmäßig vom zuständigen Lebensmittelüberwachungsamt kontrolliert. Verarbeitet werden die Brotgetreidearten Bio-Roggen, Bio-Weizen und Bio-Dinkel, die lebensmittelfähig gereinigt von anderen Mühlenbetrieben eingekauft werden.

Öffnungszeiten:
April - Oktober täglich 10 - 18 Uhr
November, Januar - März Sa und So 10 - 16 Uhr
Dezember geschlossen

Anfahrt:
Bus: Busse 695 oder X15 ab dem Potsdamer Hauptbahnhof, Buslinien 605 und 606
Straßenbahn: Linien 91 und 94